Nach den Grundlagen von Kahless Gesetzen der Ehre, sind im Laufe der geschichtlichen Epochen des klingonischen Reichs verschiedene Rituale und Gebräuche entstanden, die zum Ehren von Kahless geschaffen wurden. Nachfolgend sind die wichtigsten Rituale der klingonischen Gesellschaft aufgeführt.

01. Das Ritus des Aufsteigens

Dieses Ritual ist eines der ersten Rituale, die ein junger Klingone bzw. ein junge Klingonin durchläuft, um ein Krieger zu werden. Da das Ritus des Aufsteigens über die Zukunft eines jeden Klingonen entscheidet, beginnt das harte Training bereits schon im Kindesalter. Dies setzt voraus, dass ein Klingone bereits im Alter von acht Jahren die Grundlagen zur Herstellung der traditionellen und ritualen kor'tova-Kerze kennt. Die Flamme dieser Kerze symbolisiert das Feuer des Herzens eines Kriegers.

Das Aufsteigeritual muss mit spätestens der Vollendung des 13. Lebensjahr eines Klingonen abgelegt werden, da es ansonsten nicht mehr zählt; was bedeutet, dass ein Klingone gesellschaftlich der zweiten (schlechten) Klasse eingeordnet wird. Legt ein Klingone das Ritual ab, so stehen im viele Vorteil zu.

Die handwerkliche Herstellung einer kor'tova-Kerze ist nur der erste von drei Teilen des Rituals. Im zweiten Abschnitt stellt sich ein Klingone seiner Furcht und dem Tod, um seine Familie zu ehren. Vorallem die spirituelle Stärke und die tiefsten Gefühle eines Kriegers wird hier besonders gefordert.

Für die Überprüfung dieser klingonischen Werte werden die traditionellen Schmerzstöcke verwendet. Diese letzte Prüfung fordert von dem klingonischen Krieger, dass er eine Kammer betritt, in der links und rechts eines Pfades jeweils vier klingonische Krieger mit Schmerzstöcken postiert sind. Die Familie des jungen Klingonen steht an der Seite des Raums und erwarten die würdevolle und ehren-hafte Bestreitung dieses Abschnitts.
Der junge Klingone beginnt die Zeremonie mit den Worten (in klingonisch): "Heute bin ich ein Krieger. Ich muss dir mein Herz zeigen. Ich reise auf dem Fluss des Blutes." Dann tritt er die letzte Prüfung an.
Die Zeremonie ist hart und kann manchmal tödlich enden. Wenn ein Klingonen dieses Ritual über-lebt, steigt er zum Krieger auf. Das Ritual ist beendet, sobald das letzte Kriegerpaar seine Schmerz-stöcke zurückzieht.

 

02. Die Kot'baval-Zeremonie

Die Kot'baval-Zeremonie wird einmal im Jahr auf der klingonischen Heimatwelt Qo'noS gefeiert. Sie soll an die legendäre Schlacht von Kahless, dem Unvergesslichen erinnern, in der er den tyrannischen Imperator Molor getötet und das klingonische Volk in eine bessere und neue Zukunft geführt hat.
An diesem traditionellen klingonischen Feiertag singen die Klingonen Lieder und essen traditionelle Gerichte. Man erzählt sich immer wieder die Geschichte der legendärsten Schlacht des Reichs. Neben den Klängen, Gesängen und Gerichten bilden die traditionellen Kämpfe den Höhepunkt der Kot'baval-Zeremonie. Die Klingonen spielen den Kampf zwischen Molor und Kahless nach, der die klingonische Geschichte für immer veränderte.

Der Kampf wird dabei mit dem Bat'leth bewältigt. Einer der besten Klingonen, der die Kampfkunst mit diesen Schwertern beherrscht, übernimmt die Rolle des Tyrannen Molors. Jeder, der sich für stark genug hält, kann dann "Molor" zum Kampf herausfordern.
Während der Kämpfe kommt es in der Regel zu schwereren Verletzungen, bisher endete aber kein Kampf tödlich. Selbst ein Volk wie die Klingonen weiß, wann aus Spaß Ernst wird.

 

03. Der Orden des Bat'leth

Der Orden des Bat'leths ist die größte Auszeichnung des klingonischen Reichs. Wer diese Aus-zeichnung erhält, wird in der klingonischen Geschichte "unsterblich". Die Auszeichnung wird in einer großen Zeremonie, in der fast die gesamte imperiale Flotte des Reichs anwesend ist, durch den amtierenden Kanzler für heldenhafte und ruhmreiche Taten und Siege verliehen. Die Verleihung des Ordens findet in der Halle der Krieger statt, in der sich die Statuen der vier berühmtesten Klingonen der Geschichte und Mythologie befinden.
Während der Verleihung brüllen die klingonischen Krieger immer wieder die Sätze "Lange lebe der Kanzler!" und "Lange lebe das Imperium!". Nach der Verleihung und der Aufnahme in den Orden, feiern die Klingonen noch stundenlang, bis die Blutweinfässer geleert sind.

 

04. Das R'uustai

Das R'uustai ist eine alte, ehrwürdige Trauerzeremonie, in der die Klingonen sich miteinander sprituell verbinden. Sie wird von den Klingonen durch geführt, wenn diese mit dem Verlust eines Kindes oder eines Angehörigen zu kämpfen haben. Das Ritual besteht aus zwei Teilen. Im ersten Abschnitt zündet der jeweilige Klingone im Alleinsein eine weiße Kerze an, die dem verstorbenen Familien-mitglied gedenken soll. In einem stillen Gebet, löscht der Klingone mit einem traditionellen d'k tagh-Messer die Flamme der Kerze. Symbolisch steht dieser Teil der Zeremonie für den Tod der gestorbenen Person.
Der zweite Teil der Zeremonie beginnt, sobald die andere Person für das sprituelle Bündnis mit dem trauernden Klingonen zusammen kommt. Das Ritual kann an jedem beliebigen Ort durchgeführt werden. Die Räumlichkeiten, in denen die Zeremonie abgehalten wird sind meistens von der Dunkel-heit beherrscht.
Im zweiten Teil erhält jeder der beiden Teilnehmer eine weiße, große Kerze, die sie an einer dritten Kerze, die sich in der Mitte der beiden Teilnehmer befindet, anzünden. Die Kerzen werden solange zusammengehalten, bis aus den drei Flammen eine einzige große Flamme geworden ist. Dann begeben sich beide Teilnehmer zu einem Tisch, auf dem sich sechs, in einer Reihe aufgestellten, graue Kerzen befindet. Jeder zündet jeweils drei graue Kerzen von links nach rechts in gleichen Zeitabständen an. Der gesamte Ablauf symbolisiert das Wachstum einer Familie. Eine Kerze steht für das Individuum. Die zwei weißen Kerzen, für jeweils einen Teilnehmer des R'uustai-Rituals bis hin zu den nachfolgenden Generationen (die sechs grauen Kerzen). Das Ritual endet mit einem Gebet für die Verstorbenen.

 

05. Klingonische Hochzeit und Scheidung

Die klingonische Hochzeit wird von dem Traditions- und Mythenreichtum der klingonischen Kultur geprägt. Die Zeremonie beginnt mit der rituellen Opferung eines klingonischen Targs mit bloßen Händen. Es darf vor der Hochzeit nicht gefeiert werden, wenn nicht jenes Blut geflossen ist. Bräutigam als auch Braut begeben sich auf eine vier Tage und vier Nächte andauernde spirituelle Reise, die vor dem Hochzeitstag statt findet.
Der Bräutigam begibt sich mit seinem Schwertträger und einigen Freunden auf den Pfad der Klarheit: dem Kal'Hyah. In dieser Zeremonie begeben sich die beteiligten Personen, gehüllt in traditionellen Roben, in die "Höhle der Vorfahren" auf der klingonischen Heimatwelt auf Qo'noS. Dort werfen eine große Feuerstelle und verschiedene kleinere Fackeln ihr Licht auf die in der Höhle vorhandenen Hieroglyphen.

Am Ende der Zeremonie, die mehrere Prüfungen in sich birgt, überreicht der Bräutigam seinen Anhängern einen ma'Staka; einem Holzstab, an dessen einem Ende ein großer, schwerer Stein festgemacht ist. Nach der Ver-mählung greifen die Freunde den Bräutigam symbolisch an. Damit soll an Kahless und Lukara erinnert werden, die kurz vor der Ermordung von Molor, beinahe selbst getötet worden wären.
Die Braut begibt sich auf eine ähnliche spirituelle Reise, in der sie verschiedene Prüfungen zu meistern hat. Allerdings wird sich auf ihrem Weg nur von der Hausherrin, in das die Klingonin einheiratet, begleitet.

Die Hausherrin ist auch jene Person, die den Bräutigam mit der Braut zeremoniell vermählt. Die Vermählung selbst, spielt die Vereinigung eines männlichen, klingonischen Kriegerherzens und eines weiblichen Herzens nach, die sich miteinander verbinden, um so mehr Stärke zu gewinnen und ihr weiteres Leben gemeinsam zu bestreiten.

Während die Hochzeitszeremonie pompös und lang ist, so ist die Scheidung prägnant und mehr als kurz. Ein Partner schlägt den anderen, spuckt auf ihn und erklärt: "Unsere Ehe ist beendet". Man wird es kaum glauben, aber mehr ist es wirklich nicht. Das klingonische Paar ist nach dieser Aktion rechtskräfitg geschieden.

06. Der Tag der Ehre

Am Tag der Ehre muss sich eine Klingone an seiner Leistung und Würde des vergangenen Jahres messen lassen und harte Prüfungen, für den Fortbestand der Ehre durchlaufen.
Das Ritual beginnt mit der Verspeisung einer traditionellen Blutpastete. Sie hat ähnlichkeit mit einem gelblichen Pudding, aus dem kleine, klauenartige Hörnchen ragen. Nach der Mahlzeit begibt sich der Klingone, der den Tag der Ehre begeht, in die Höhlen des Kahless, die nur mit traditionellen Fackeln beleuchtet wird. Dort tritt ein Prüfer in traditioneller Kleidung dem jeweiligen Klingonen entgegen. Das Ritual beginnt mit den Worten: "Qu'pla! Welcher Krieger steht hier?" Der Klingonen nennt daraufhin seinen Namen. Der Prüfer fährt fort: "Bist du gekommen, um deine Ehre zu prüfen? Bist du bereit, dass Ritual bis zum Ende durchzustehen?"

Der erste Teil besteht darin, dass das Herz eines geweihten Targs verspeist wird, das dem Krieger in kleinen Stücken serviert wird. Jedes Stück verspeist er nach der Aufforderung "Pak lohr". Mit dem Herz des Targs soll die Tapferkeit jenes Tieres auf den Krieger übergehen. Getrunken wird aus dem Kelch des Kahless.
Im nächsten Abschnitt der Prüfung muss sich der Klingone für seine Taten rechtfertigen. Dabei spielt es keine Rolle, was er antwortet. Der Prüfer wird solange nachhaken, bis er jede der Taten des Kriegers für gerechtfertigt empfindet. Wenn dem Prüfer eine Antwort nicht genügt, kann er dem Prüfling Bußen auferlegen, die dessen Mut unter Beweis stellen sollen. Diese Buße kann entweder auf das Ritual der 20 Schmerzstöcke oder auf einem Bat'leth-Kampf mit einem Dahar-Meister fallen. Anschließend muss dann die Schwefellagunen von Gorath durchquert werden.

Der Klingone muss jede traditionelle Prüfung, die der Prüfer in Erwägung zieht annehmen und darf keine dieser Aufgaben ablehnen. Denn dies würde die Entehrung des Kriegers bedeuten. Ebenso das Versagen in einer Prüfung bedeutet Schande und Entehrung für den Krieger oder die Kriegerin. Der Tag der Ehre gilt als bestanden, wenn jede der Prüfungen erfolgreich abgeschlossen wurde.

 
 

(© by K. Breit, 2001)

Letztes Update: 07.05.2005

 
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