01. Die Gründung des romulanischen Imperiums

Das heutige romulanische Sternenimperium entstand vor etwa 2.200 Jahren und ist somit gut 700 Jahre älter, als das klingonische Reich. Im Gegensatz zu den Klingonen sind die Romulaner jedoch keine "Basisrasse". Ihr Ursprung bzw. ihre Abstammung liegt nämlich bei den Vulkaniern.

Etwa 100 Jahre nach Christus wurde der Planet Vulkan von schreck-lichen und brutalen Kriegen heimgesucht. Inmitten der Auseinander-setzungen tauchte jedoch Surak auf; ein gebildeter vulkanischer Philosoph, der seiner Zeit bereits um Jahre voraus war. Seine Vision bestand darin, dass sich das vulkanische Leben der vollkommenen Logik und dem Frieden widmen solle, in das die Emotionen nicht mehr miteinbezogen wurden.

Bei einem Großteil der Bevölkerung setzte sich mit der Zeit Suraks Lehren von der Logik durch und die Bewohner begannen ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Jedoch gab es eine Gruppe, die sich damit nicht einverstanden fühlte und Suraks Vision ablehnte. Als Vulkan die sogenannte "Zeit des Erwachens" durchlief, verließen die "abtrünnigen" Vulkanier ihren Heimatplaneten und flogen mit ihren Schiffen Richtung Beta-Quadrant, um dort ihrer kriegerischen Natur nachgehen zu können.
In einem kleinen Sternensystem besiedeln sie zwei Planeten, die später als Romulus und Remus bekannt werden sollten und somit die romulanischen Heimatwelten bildeten.

 

02. Die Kolonien werden zu einem mächtigen Imperium

Im Laufe der Jahre entwickelten sich die vulkanischen "Abtrünnigen" weiter und nannten sich fortan Romulaner. Romulus ist eine Welt, die über vielerlei paradisische Landschaften verfügt. Der Planet selbst wird zum dominantesten der beiden Heimatwelten. Hier etabliert sich die ganze Regierung und Führungspolitik des romulanischen Sternenimperiums. Jedoch ist Remus keineswegs unbedeutender als Romulus.
Im Jahre 370 (nach irdischer Zeitrechnung), also gut 270 Jahre nach dem Verlassen der vulkanischen Heimatwelt, beginnen die Romulaner sich auf mehreren verschiedenen Welten, die sich im Umkreis von Romulus befanden, niederzulassen. So errichten sie beispielsweise auf den Planeten Barradas III, Calder II, Dessica II, Draken IV, Yadella Prime u.a. neue Kolonien. Damit weiten sich die Grenzen des Reichs immer weiter aus.

Die romulanische Geschichte selbst ist bis zum 22. Jahrhundert jedoch nur bruchstückhaft bekannt. Das wenigen Ereignisse, die sich zwischen 370 und 2156 ereigneten, waren in den Jahren 1971 und 2152. Während man sich auf der terranischen Heimatwelt von der Existenz anderer Völker noch nicht bewusst war (der Mensch selbst war erst vor zwei Jahren zum Mond geflogen), brach zwischen der vulkanischen und romulanischen Bevölkerung ein jahrzehntelanger Krieg aus. Der Grund dafür war ein Missverständnis zwischen den beiden Völkern, das von Quinn, einem Mitglied des Q-Kontinuums, ausgelöst wurde. Quinn sollte etwa 400 Jahre später dafür verantwortlich gemacht werden.
Die Menschen trafen 2152 erstmals auf die Romulaner, aber nur deshalb, weil sich das Sternen-flottenschiff Enterprise NX-01 in eines der romulanischen Minenfelder verirrt hatte. Dabei wurde der irdische Raumer durch die Detonation einer der Minen an der Untertassensektion beschädigt.

 

03. Die Ereignisse im dritten Millennium

Die Geschichte um die romulanische Kultur wird umfangreicher und ausführlicher, je mehr man sich dem 23. Jahrhunder nähert. 2156 kommt es zwischen dem Sternenimperium und den Menschen zu einem Konflikt, der heute als der "terranisch-romulanische Krieg" bekannt ist. Die romulanischen Kampfverbände unterlagen jedoch den terranischen Streitkräften und so wurden nach "nur" vier Jahren die Auseinandersetzungen beendet.

Zwischen der Erde und Romulus wird ein Friedensvertrag ausgehandelt, nach dem die romulanische Flotte in der Schlacht von Cheron besiegt wurde. In dem Dokument wird eine Grenze festgelegt, die etwa ein Lichtjahr breit ist. Sie stellt eine Pufferzone zwischen dem terranischen und romulanischen Territorium dar, deren Übertretung von der anderen Seite als kriegerischer Akt gesehen werden konnte: die Romulanische Neutrale Zone, kurz RNZ. Ein Jahr später gründen die Menschen zusammen mit den Vulkaniern und anderen Völkern die Vereinigte Föderation der Planeten; ein "Imperium" das maßgeblich von den Menschen geprägt und von der Erde aus geführt wird.

Bis zum Jahr 2266 gab es kaum nennenswerte Aktivitäten entlang der RNZ. Erst im genannten Jahr wurden die Romulaner wieder aktiver. Ein Bird-of-Prey durchflog die RNZ, um die Verteitigungslinie der Föderation zu testen. Dabei wurden die föderierten Außenposten 2, 3 und 4 vollständig vernichtet. Die U.S.S. Enterprise NCC-1701 nimmt daraufhin Ermitt-lungen auf. Nach einem Kampf mit dem Bird-of-Prey aktiviert jedoch der Kommandant die Selbstzerstörung.
Ein Jahr später wird die RNZ das erste Mal von der Föderation überflogen, als Commodore Stocker die U.S.S. Enterprise absichtlich in die Zone manövrierte.

2268 verbündet sich das romulanische Sternenimperium mit dem klingonischen Reich und schließt eine Allianz. Dabei werden auch militärische Technologien ausgetauscht. So erhalten die Romulaner den klingonischen Schlachtkreuzer der D7-Klasse. Die Klingonen dagegen gelangten in den Besitz der Tarntechnologie, die von den Romulanern entwickelt wurde. Die Allianz selbst war jedoch nur von sehr kurzer Dauer und zerbrach schließlich ganz. Romulaner und Klingonen wurden daraufhin zu erbitterten Feinden, die immer wieder den Versuch unternahmen, sich gegenseitig zu übernehmen.

Im Jahr 2311 kommt es zur letzten größeren Aktion der Romulaner. Das schlechte Verhältnis zwischen dem Sternenreich und der Vereinigten Föderation der Planeten eskaliert und die romulanische Flotte greift mehrere föderierte Kolonien im Tomed-Sektor an. Mehrere tausend Föderationsbürger verlieren bei den Angriffen ihr Leben. Die Romulaner zogen sich daraufhin in ihr eigenes Territorium zurück und verließen es erst 2344 kurzzeitig wieder. In diesem Jahr griffen sie nämlich den klingonischen Außenposten auf Narendra III an. Rund 4.000 Klingonen wurden dabei getötet. Der romulanische Angriff war auf einen Verrat Ja'rods (der Vater von Duras, Lursa und B'Etor) zurückzuführen, nachdem dieser den geheimen Verteidigungscode verriet. Später sollte dafür Mogh (der Vater von Worf und Kurn) des Verrats beschuldigt werden.
Doch der Überfall hatte einen ungewollten "Nebeneffekt" für die Romulaner: Während des Angriffs kam das Föderationsraumschiff U.S.S. Enterprise-C den Klingonen zur Hilfe. Beeindruckt von der mutigen Tat der Menschen schlossen Klingonen und Föderation eine Allianz. Die Romulaner zogen sich erneut in ihr Territorium zurück.

 

04. Ein ernstzunehmender Gegner oder nur hinterlistige Schwächlinge?

Die Romulaner verblieben bis Ende 2364 auf ihrem Territorium und wurden erst wieder 2365 aktiver. Im zuerst genannten Jahr flogen sie mit ihrem neusten Schiff, ein Warbird der D'deridex-Klasse, in die Neutrale Zone und wurden dort von dem Föderationsraumschiff U.S.S. Enterprise-D abgefangen. Der Zwischenfall verlief allerdings ohne größere Probleme.
In den folgenden Jahren vermittelten die Romulaner durch ihre Aktionen, dass sie ein durchaus ernstzunehmender Gegner waren. Immer wieder kam es zu kleineren Konflikten zwischen ihnen, der Vereinigten Föderation und dem klingonischen Reich. So sind die Romulaner 2367/2368 am klingonischen Bürgerkrieg beteiligt, bei dem sie das klingonische Schwesternpaar Lursa und B'Etor mit Waffen und anderen Gütern versorgen. Die Aktionen konnten jedoch von einem kleinen Verband der föderierten Sternenflotte unterbunden und der Krieg kurz darauf beendet werden.

Im Jahr 2371 schließen sich der romulanische Geheimdienst Tal Shiar und der cardassianische Obsidianische Orden zusammen, um im Gamma-Quadranten den Heimatplaneten der Gründer zu vernichten, als das Dominion zunehmend zur Bedrohung für den Alpha- und Beta-Quadranten wurde.
Allerdings gerät die alliierte Flotte im Orias-Sektor in einen Hinterhalt der Jem'Hadar und wird vernichtend geschlagen. Nur wenigen Überlebenden gelingt die Flucht zurück in ihre Heimat-qudranten. Andere werden in Internierungslager des Dominions inhaftiert.
Während sich der Tal Shiar nach diesem Ereignis langsam von seiner Niederlage erholte, bauten die Cardassianer ihren Obsidianischen Orden nicht wieder auf.

Als Ende 2373 der Dominion-Krieg ausbrach, schloss Romulus mit dem "Gründer"-Imperium einen Nichtangriffspakt und die imperalen Kampfverbände zogen sich in das romulanische Territorium zurück. Mit dieser Aktion wurden sie von ihren Gegner als Schwächlinge bzw. Feiglinge bezeichnet.
Während die Föderation zusammen mit den Klingonen gegen die Truppen der Jem'Hadar kämpfen mussten, blieb Romulus regungslos. Ein Jahr später versuchte der Tal Shiar in den Besitz eines experimentellen Prototyps der föderierten Sternenflotte zu gelangen: die U.S.S. Prometheus; ein Schiff mit Multivektionsmodus, das in der Lage ist, sich dreizuteilen. Jedoch konnte die erfolgreiche Übernahme des Schiffs vom MHN der U.S.S. Voyager und dem MHN-Model 2 verhindert werden.
Als der föderierten-klingonischen Allianz die Niederlage drohte, wendete sich das Blatt für die Romulaner; was ihre Position im Dominion-Krieg betraf. Der Sternenflottenoffizier Captain Benjamin Sisko arbeitete zusammen mit dem verstoßenen Cardassianer Garak einen Plan aus, der Romulus zum Eintritt in den Krieg, und zwar an der Seite der Föderation und dem klingonischen Reich, bewegen sollte. Sie simulierten eine Konferenz des Dominions, bei der jene Macht aus dem Gamma-Quadranten die Invasion des romulanischen Sternenimperiums plante. Sisko lud den romulanischen Senator Vreenak auf die föderierte Raumstation Deep Space Nine ein, um sich dort die Aufzeichnung der Konferenz ansehen zu können. Vreenak fand allerdings heraus, dass es sich um eine Fälschung handelte und reiste wütend wieder ab. Sein Shuttle explodierte jedoch auf dem Rückflug nach Romulus auf mysteriöse Weise. In Wirklichkeit wurde es von Garak manipuliert.
Die romulanischen Behörden fanden in den Trümmern die Aufzeichnung der Invasions-Konferenz und erklärten sie auf Grund der Beschädigung durch die Explosion für authentisch. Dies führte dazu, dass die Romulaner den Nichtangriffspakt mit dem Dominion auflösten und eine temporäre Allianz mit den Klingonen und den Menschen eingingen.
Auf einem der bajoranischen Monde wurde unter Aufsicht von Senatorin Kirmara Cretak sanitäre Einrichtungen errichtet, um dort die romulanischen Kriegsopfer behandeln zu können. Dies nutzten die Romulaner allerdings aus und lagerten zusätzlich Munition im Krankenhaus ein. Die bajoranische Bitte, die Waffen wieder zu entfernen, ignorierten sie, kommen ihr später jedoch doch noch nach, als Colonel Kira Nerys auf Cretak Druck ausübte.

Als das Dominion Ende 2375 vor der föderierten-klingonisch-romulanischen Allianz kapitulierte und den Friedensvertrag unterzeichnet hatte, beendeten die Romulaner das Bündnis mit der Föderation und den Klingonen. Dennoch, als es rund vier Jahre später zum Machtwechsel innerhalb des imperialen Senats des Sternenreiches kam, nahmen die Romulaner erneut Kontakt in punkto Friedensgespräche mit der Vereinigten Föderation auf. Der neue Prätor Shinzon lud das föderierte Flaggschiff, die Enterprise-E nach Romulus ein. Wie sich jedoch herausstellte, war dies eine Falle. In Wirklichkeit beabsichtigte Shinzon nämlich die totale Vernichtung der Erde, was die Föderation in die Knie zwingen sollte. Allerdings erhält die Enterprise-E Rückendeckung von einigen romulanischen Offizieren, die Shinzons Plan nicht oder nicht mehr unterstützen wollten, wobei der neue Prätor ums Leben kommt. Der weitere geschichtliche Verlauf ist unbekannt.

 
 

(© by K. Breit, 2002)

Letztes Update: 26.05.2005

 
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