01. Einleitung:

"Star Trek" ist nicht nur weltweit bei seinen Fans, den "Trekkies" bzw. "Trekker" (wie sich die amerikanischen Fans meist selbst nennen), beliebt, sondern beschäftigt auch die regionalen, nationalen und internationalen Medien, Wissenschaftler und Forscher. Selbst an Universitäten können Studenten unter anderem die klingonische Sprache analysieren und gleichzeitig erlernen.

Auch im Journalismus wird "Star Trek" hin und wieder aufge-griffen. So ist es nicht verwunderlich, wenn manchmal in Tages-zeitungen oder Nachrichtenmagazine ganze Seiten oder Kapitel dieser Science-Fiction-Saga gewidmet werden. Entweder, weil man über den Start neuer "Star Trek"-Serien informieren oder neue Leinwandabenteuer eines Raumschiffs namens Enterprise genauer unter die Lupe nehmen möchte (z.B. als Filmkritik). Aber nicht nur meinungsbetonte Textsorten sind hin und wieder in der Tages- und Wochenpresse zu finden, sondern auch informations-betonte Textsorten.

Nachbau der originalen Zeitungsseite
(Original etwa im DIN A2-Format).

Diese durchaus interessanten "Star Trek" - Pressetexte wollen wir in diesem Archivbereich in unge-kürzter Form (ggf. mit Anmerkungen unsererseits; deutlich gemacht durch die eckigen Klammern) mit relativ originalgetreuer Gliederung ablegen und archivieren.

Bei dem folgenden Bericht handelt es sich um einen Text innerhalb des Themengebietes "Natur und Technik". Entnommen wurde dieser der Regional-Tageszeitung "Die Rheinpfalz" (aus dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz) vom 09. November 2002; Samstagsausgabe. Der Autor dieses ganz-seitigen Textes ist der Rheinpfalz-Redakteur Christian Gruber.

 
02. Der Zeitungsbericht:

Scotty und das kosmische Brustschwimmen: Die Science-Fiction-Serie "Star Trek" reist über die Grenzen der Menschheit hinaus - Weshalb es wenig schadet, wenn mit der Physik nicht alles stimmt

Wer in den Vereinigten Staaten mit Alkohol am Steuer erwischt wird, hat ein mächtiges Problem. Denn die US-Justiz versteht in sol-chen Fällen keinen Spaß. Ein junger Mann bekam das zu spüren, als er eine rote Ampel überfuhr und ausgerechnet in einen Streifen-wagen krachte. Als der Richter ihn vor der Urteilsverkündung fragte, ob er noch etwas zu sagen habe, nickte der Angeklagte, zog seine Brief-tasche, klappte sie auf und nuschelte: "Beamen Sie mich hoch, Scotty!"
Ob diese Geschichte nun stimmt oder nicht: Der Physiker Lawrence M. Krauss führt sie in seinem Klassiker "Die Physik von Star Trek" an, um zu belegen, wie sehr eine Science-Fiction-Serie unseren Alltag beeinflussen kann. Seit der ersten TV-Staffel von 1966 mit Captain James T. Kirk, dem Vulkanier Spock und Chef-ingenieur Scott haben sich auch Wissenschaft-ler von den neun Kinofilmen (der zehnte startet am 2. Januar) und den Fernseh-nachfolgern "Star Trek - [The] Next Gener-ation", "Deep Space Nine" und "Voyager" begeistern lassen. Was ist dran an den über-lichtschnellen Schiffen der Föderation, am Beamen, an Parallelwelten, Wurmlöchern und weiteren, für uns unsichtbaren Dimensionen?

Nichts ist schneller als das Licht, sagt Albert Einsteins Relativitätstheorie. Und von einigen Ausnahmen abgesehen, die mit dem Ursprung des Alls zusammenhängen, gilt das auch. Dennoch verfügen die Raumschiffe der Föder-ation über Antriebe, die mit Warp 10 fliegen, das entspricht einer 1024-fachen Lichtge-schwindigkeit.
[Anmerkung unsererseits: Laut den Entwick-lungen in "Star Trek" (mit Ausnahme auf die VOY-Episode "Die Schwelle") sind Raum-schiffe nicht in der Lage eine Geschwindigkeit von Warp 10 zu erreichen, da der Energiever-brauch unendlich und die tatsächliche Ge-schwindigkeit nicht messbar wäre. Von offizieller Seite ist das Durchbrechen dieser Schwelle in die Kategorie des "Transwarp" einzuordnen, der auf einer anderen Techno-logie basiert. Desweiteren entspricht die von dem Autor hier genannte Lichtgeschwindigkeit nicht Warp 10, sondern Warp 8 (Warp 8 = 1024 Cochranen, 1 Cochranen c entspricht einer einfachen Lichtgeschwindigkeit; rund 300.000 km/s).]
Wie ist das möglich? Durch einen Trick. Und weil Einsteins Gleichungen noch auf etwas anderes hinweisen: die Krümmung der Raum-zeit. Große Massen ziehen das All in sich hinein. Schwarze Löcher sind so verdichtet, dass sie sogar Licht verschlucken. Man kann sich das wie eine Gummimatte vorstellen, auf der die Sonne und Planeten rollen. Sie hinter-lassen dabei Vertiefungen in der Raumzeit, d.h., ihre Schwerkraft sorgt dafür, dass sich das All um sie herum legt wie eine zweite Haut.
Darauf gründet die Idee des Warp-Antriebs, den sich die Star-Trek-Autoren in Anlehnung an den britischen Physiker Miguel Alcubierre folgendermaßen denken: Die Maschine baut eine starke Gravitation auf und krümmt (eng-lisch: warp) den Raum. In Fahrtrichtung zieht sie das Universum ein Stück weit zu sich heran, nach hinten drück sie das All von sich Weg. Wie ein kosmischer Brustschwimmer rudert und katapultiert sich die Enterprise auf diese Weise von Planetensystem zu Planeten-system und verletzt dabei Einsteins Gleich-ungen nicht. Denn lokal gesehen, fliegt das Schiff nicht schneller als das Licht. Es ver-kürzt lediglich den Weg und braucht dadurch weniger Zeit.
Für Naturwissenschaftler ergeben sich daraus einige Ungereimtheiten. Denn wenn man be-denkt, dass ein Stern von der Masse unserer Sonne die Raumzeit lediglich um weniger als ein tausendstel Grad krümmen kann, dann muss eine ungeheure Energie aufgewendet werden, um ein so starkes Schwerkraftfeld zu erzeugen, wie es die Enterprise braucht, damit sie vorwärtskommt. Die Lösung der Star-Trek-Autoren: eine Materie-Antimaterie-Kammer. Wenn Materie und ihr Widerpart, elektrisch entgegengesetzte Antimaterie, [in exakt gleicher Menge] miteinander in Berührung kommen, vernichten sie sich gegenseitig und erzeugen dabei Strahlung, die so schnell ist, wie das Licht.
Eines der größten Probleme stellt neben der Abschirmung die Beschaffung von Antimaterie dar. Lawrance M. Krauss hat durchgerechnet, dass 100.000 Teilchenbeschleuniger vom Typ des Chicagoer Fermilab nötig wären, um genug Antimaterie zu erzeugen, damit eine einzige Glühbirne mit Strom versorgt werden kann. Die Kosten dafür lägen bei rund 5 Billionen Dollar jährlich - einfach unbezahlbar. Und wenn man bedenkt, dass die Fermilab-Anlage, in der die Partikel auf Lichtgeschwin-digkeit beschleunigt werden und dann aufein-ander prallen, rund 6,5 Kilometer lang ist, dann hätte die Enterprise ein massives Platzpro-blem. Sie misst nämlich nur 700 Meter.
[Anmerkung unsererseits: Die hier ange-sprochene Enterprise-D misst nur 642,51 Meter].
Das Technische Handbuch der neuen Enter-prise weist deshalb daraufhin, dass Anti-materie nur im Notfall von den Raumschiffen selbst produziert wird, ansonsten aber in speziellen "Treibstoff-Stationen". Die Enter-prise kann 3000 Kubikmeter Antimaterie-Sprit aufnehmen. Bei einem Verbrauch von einem Gramm pro Sekunde reicht der Vorrat also rund zwei Monate. Das wiederum bedeutet, dass der Materie-Antimaterie-Antrieb nur während 5 Prozent der Gesamtzeit verwendet werden darf, soll der Treibstoff für eine drei-jährige Mission reichen.

Wenn also das Raumschiff "Voyager", das in eine abgelegene Ecke der Galaxie verschlagen wurde, je wieder zur Erde zurückkehren soll, braucht es andere Hilfsmittel, als die Materie-Antimaterie-Kammer.
Eine Abkürzung beispielsweise. In der Voyager-Folge "Das Nadelöhr" entdeckt die Crew um Captain Janeway ein Wurmloch zur Erde. Solche Tunnel gibt es als theoretische Möglichkeit auch in der Physik, bei einer extrem starken Krümmung der Raumzeit. Wenn man sich das All als ein Stück Papier vorstellt, dass wie ein umgekipptes U auf einer Tischplatte liegt, dann hat man zwei Möglich-keiten, um von der oben liegenden auf die untere Fläche untere Fläche zu gelangen: die ganze Strecke außen herum-zulaufen; oder mit dem Bleistift ein Loch durch die beiden losen Enden zu stoßen und sie so zu verbin-den. Faszinierend. Leider ist derzeit völlig unklar, ob die Tunnel groß und stabil genug sind, um komplette Schiffe aufzunehmen, wie das bajoranische Wurmloch an der Raum-station "Deep Space Nine".
Gelänge das, könnte sich ein ganz anderes Problem stellen: Denn manche Wurmlöcher wirken wie Zeitmaschinen, weshalb die Voyager in "Das Nadelöhr" nicht hinein fliegt. Die Erde auf der anderen Seite des Raumzeit-Tunnels ist um viele Jahre jünger, als die Erde, auf die man zurückkehren möchte. Das ein-fachste Beispiel für ein Zeitmaschinen-Wurm-loch stammt von dem Physiker Kip Thorne. Wenn das Ende des Tunnels fest verankert ist, während sich das andere Ende mit hoher Unterlichtgeschwindigkeit durch die ferne Region des Universums bewegt, dann vergeht die Zeit am Ein- und Ausgang des Tunnels unterschiedlich schnell.
Dahinter steckt wieder die Relativitätstheorie: Je schneller sich ein Beobachter bewegt, desto schwerer wird er. Und je größer die Gravitation, desto langsamer vergeht die Zeit, weshalb sie in einem schwarzen Loch fast einfriert. Ein Astronaut etwa, der mit 0,8-facher Lichtgeschwindigkeit zum Sirius und zurück fliegt, braucht dafür 13 Jahre. Auf der Erde sind aber 22 Jahre vergangen. Das ist die einzige bislang für wahrscheinlich gehaltene Art der Zeitreise. Sie führt aber immer nur in die Zukunft und niemals in die Vergangenheit.
Star Trek ist da weiter und kann sich auf kreative Theoretiker in aller Welt berufen, die immer exotischere Universen entwerfen. Nach einer Kollision mit der "Bozeman" gerät die Enterprise in eine Kausalitätsschleife, in der sich die Geschehnisse solange wiederholen, bis es dem Androiden Data gelingt, mit dem richtigen Manöver den Zusammenstoß zu ver-meiden und das Ergebnis ungeschehen zu machen. Das Perfide: In jedem neuen Zyklus weiß die Besatzung nicht mehr, dass die Schiffe explodieren werden [TNG: "Déjà vu"]. In dem Kinofilm "Der erste Kontakt" reist die Enterprise mit eine[r] Borg-[Sphäre] in die Ver-gangenheit. Die Borg wollen die Bewohner der Erde assimilieren, bevor sie die Überlicht-Raumfahrt entwickeln und die Menschheit des 24. Jahrhunderts auf diese Weise besiegen.
Das alte Paradoxon der modernen Physik - "Kann ich meine Mutter töten, bevor sie mich geboren hat?" - mündet bei Star Trek in die oberste Direktive: niemals einmischen, nicht in fremde Kulturen, nicht in die Vergangenheit, nicht in die Zukunft.

[Anmerkung unsererseits: In "Star Trek - Der erste Kontakt" greift die oberste Direktive nur teilweise. Die Borg beabsichtigen nämlich die Geschichte der Erde des 21. Jahrhunderts zu verändern bzw. Zu Gunsten des Kollektivs "neuzuschreiben". Insofern liegt eine aktue Gefährdung der Zeitlinie und insbesondere der nachfolgenden Generationen der Menschen vor, die es abzuwehren gilt. Denn neben ihren Tätigkeiten als Forscher haben Sternenflotten-Offiziere auch militärische Aufgaben; u.a. die Föderation vor jeglicher Bedrohung zu schützen. Captain Jean-Luc Picard mischen sich nur soweit in die Vergangenheit ein, wie es die Wiederherstellung der "normalen" Zeit-linie erforderlich macht. Darüberhinaus hat die Oberste Direktive weiterhin volle Gültigkeit, die selbst ungeachtet der Krise gewahrt zu werden hat.]

Quanten sind anders. Und deshalb würden sie das Beamen auch unmöglich machen, hätten die Star-Trek-Autoren nicht den "Heisenberg-Kompensator" erfunden, der im 24. Jahrhun-dert die Gesetze der Quantenmechanik außer Kraft setzt. Diese Gesetze besagen: Wenn ich tief genug in das Innere von Atomen eindringe, dann beeinflusse ich das System, dass ich messen will. Wollte ich also eine Person scannen, um sie zu beamen, d.h., sie in ihre Bausteine zu zerlegen und sie auf einem Planeten rematerialisieren zu lassen, dann hätte ich ein Problem. Mein Scanner würde die Bausteine durcheinander wirbeln, weil er sie nicht messen kann, ohne dabei ihre Anord-nung zu stören. Der Schöpfer von Star Trek, Gene Roddenberry, hat seine Autoren also vor ein physikalisch unlösbares Problem gestellt, als er in den 60ern das Beamen entwickelte. Übrigens deshalb, weil das Geld fehlte, um mit aufwändiger Tricktechnik jedesmal ein Raum-schiff starten und landen zu lassen.
Schwierig wird das mit dem Beamen noch aus anderen Gründen. Um die Atome, aus denen der Mensch besteht, in einen Materie-strom zu verwandeln, der sich von Ort zu Ort übertragen lässt, bräuchte man 10.000 Mal mehr Energie, als die gesamte Erde bislang verbraucht hat. Energie sparen ließe sich dann, wenn man einen Weg fände, die Person innerhalb eines Sekundenbruchteils auf eine Temperatur zu erhitzen, die eine Million Mal höher ist, als im Zentrum der Sonne. Man hat beim Beamen also die Wahl zwischen zer-hacken oder verbruzzeln. Kein Wunder, be-kommen Schiffsarzt "Pille" McCoy auf der alten und Lieutenant Reginald Barcley auf der neuen Enterprise regelmäßig Zustände, wenn es in den Transporterraum geht.
Trotz ihrer großen Leistung, Physik erlebbar zu machen, erlaubt sich die Kult-Serie immer wieder auch grobe Schnitzer, die sich nicht grade als Vermittlerin zwischen Wissenschaft und Publikum prädestinieren - etwa wenn ein Borg-Würfel unter lautem Getöse im All explodiert, oder wenn ein Phaserstrahl sich seinen Weg bahnt. Denn woher stammt das Detonationsgeräusch, wenn es keine Luft gibt, die Schallwellen überträgt? Und wie will man einen lichtschnellen Laserstrahl sehen, den das Auge erst bemerken kann, wenn man schon getroffen ist?
Aber vielleicht ist das kleinliche Gemeckere der Wissenschaft des 21. Jahrhunderts nur Ausdruck unseres beschränkten Denkens. Der Star-Trek-Schwerenöter "Q" jedenfalls schert sich nicht um Quantenmechanik oder Relativi-tätstheorie. Er lebt in einem zeitlosen Kontinu-um. Das macht ihn gottähnlich, langweilt ihn aber auch zutiefst, weshalb er Picard und Janeway regelmäßig mit Barrieren, Zeit-sprüngen oder seinem Nachwuchs quält. Gibt es Parallelwelten, höhere Dimensionen und einen Subraum, den wir nicht wahrnehmen? Zumindest theoretisch sind da in der heutigen Physik keine Grenzen gesetzt.

Der US-Forscher Alexander Vilenkin etwa stellt sich den Kosmos als einen blasen-werfenden Hefeteig vor, der sich nach allen Seiten mit Überlichtgeschwindigkeit ins Nichts aufbläht und dabei ständig neue Universen ausstößt, die wiederum Universen ausstülpen. In diesen Kosmos-Blasen könnten andere Welten entstehen, deren Historie so ähnlich verlaufen müsse wie die unsere, so Vilenkin, weil das All nur beschränkte Entwicklungs-möglichkeiten habe. Das schließt Doppel-gänger ein: Villeicht steht Elvis in einem dieser Paralleluniveren noch immer auf der Bühne.
Die Superstring-Theorien sehen das Universum von winzigen Fäden durchzogen, die wie die Saiten einer Gitarre schwingen und dabei die Eigenschaften des Kosmos hervorbringen. Elf und mehr Dimensionen sind dazu nötig, von denen sich nur vier zu dem gigantischen All aufgefaltet haben, dass wir kennen. Der Rest der zu Weltknäulen unterhalb der atomaren Ebene eingewickelt. Hugh Everett hat bereits in den 50er Jahre die Quantentheorie so ge-deutet, dass die Möglichkeitswelt bei einer Messung nicht in sich zusammenbricht, sondern jede Möglichkeit einer eigenen Realität entspricht. Unsere Welt besteht dem-nach aus lauter verschiedenen Versionen der Wirklichkeit, wobei keine Realität über die andere etwas weiß.
Diese und andere Interpretationen der Forscher heizen die Phantasie der Star-Trek-Autoren an und bringen zweidimensionale Wesen aus dem Subraum hervor, kosmische Strings oder Quantenrisse, in denen die Barrieren zwischen den Realitäten so durch-lässig werden, dass der Klingone Lieutenant Worf durch die Quantenwirklichkeiten zappt wie ein TV-Freak durch seine 200 Kanäle.

Star Trek von oben nach unten: die Enterprise-D, ein Borg-Würfel, Enterprise-Captain Jean-Luc Picard als Gefangener des Borg-Kollektivs und das Wurmloch neben der Raumstation Deep Space Nine.

Indes: Nicht die Physik soll das letzte Wort haben. Denn die Bedeutung der US-Serie liegt woanders. Star Trek überträgt die gegen-wärtigen Probleme der Erde - Umweltver-schmutzung, Terrorismus, Genmanipulation oder die Bedrohung der individuellen Freiheit - auf ferne Welten. Und diskutiert die Lösungen aus der Distanz und mit der bisweilen selbst-gefälligen Ironie einer zukünftigen Menschheit, die das tägliche Gegeneinander hinter sich gelassen hat und ihre ganze Energie in die Erweiterung des eigenen Horizonts steckt. Dass auch hier nicht immer alles logisch zu-geht, zeigt das Beispiel der Klingonen, ein Volk, in dem nur die Kaste der Krieger etwas zählt. Eine solche Gesellschaft würde wohl kaum eine wissenschaftliche Community her-vorbringen, die Warp-Antriebe oder Tarn-vorrichtungen entwickelt.
[Anmerkung unsererseits: die Klingonen haben ihre Tarnvorrichtung auch nicht selbst entwickelt, sondern sie in den 2260-er Jahren von den Romulanern, ihren kurzen Bündnis-partnern, erhalten.]
Die Reisen der Star-Trek-Crews sind also immer Reisen in die Befindlichkeiten unserer Zivilisation und über ihre Beschränktheiten hinaus. Die Enterprise dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Weshalb Kosmologen wie Stephen Hawking Kirk, Picard & Co. lieben.

 
Quelle: Die Rheinpfalz, Christian Gruber, "Natur und Technik", 09. November 2002 (Samstagsausgabe), Nr. 260
Fotos: STinSV.com
 
 

(akb)

Letztes Update: 12.06.2004

 
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